Aus Sicht der Wirtschaftspsychologie verstehen wir das Thema Nachhaltigkeit als einen gesellschaftlichen Transformationsprozess, der – je nach Thema – unterschiedliche Stakeholder-Gruppen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft betrifft. Dabei besteht die Gefahr, dass es zu Wiederständen kommt, wenn die Bedürfnisse der unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen nicht hinreichend im Transformationsprozess mitberücksichtigt werden. Das Thema Nachhaltigkeit verlangt also die Integration der Stakeholder, die von Veränderungen betroffen sind – nur so wird gesellschaftlicher Wandel möglich.
Dabei kommt es in einem ersten Schritt darauf an, die verschiedenen Stakeholder-Gruppen zu identifizieren und deren Situation und Bedürfnisse in einer Akteurs-Analyse zu erfassen. Hier geht es u.a. darum, herauszufinden, ob die geplanten Veränderungen auf Akzeptanz stoßen und wovon dies abhängt.
Darauf aufbauend kann dann in einem zweiten Schritt ein Beteiligungsprozess entwickelt und durchgeführt werden, der sich an den Vorgaben eines „fair process“ (Tyler, 2000) orientiert. Ein zentraler Bestandteil dabei ist, dass alle Stakeholder die Möglichkeit bekommen sollten, sich aktiv in den Prozess einzubringen und sich Gehör zu verschaffen.
Die Wirtschaftspsychologie der HFT Stuttgart interessiert hierbei:
- Evaluation von stadtplanerischen Partizipationsprozessen mit dem Ziel, die Wirksamkeit/den Nutzen dieser zu untersuchen (z.B. Vertrauensaufbau der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern in die (Stadt-)Politik oder ein geplantes (Bau-)Vorhaben)
- Identifikation von Faktoren, die den Erfolg von Partizipationsprozessen beeinflussen
- Untersuchung von positiven Nebeneffekten von Partizipationsprozessen
- Auswirkungen technischer Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit auf verschiedene Stakeholder-Gruppen und Akzeptanz von Seiten der betroffenen Stakeholder
- Identifikation von Faktoren, die einen Einfluss auf die Akzeptanz von innovativen Technologien im Bereich Nachhaltigkeit haben