Neue Nachhaltigkeitsprozesse und nachhaltiges Nutzerverhalten für Landesliegenschaften

Überblick

Das Forschungsprojekt NeuLand forscht systematisch an innovativen Nachhaltigkeitsprozessen und -konzepten sowie deren Wirksamkeit für die beschleunigte Umsetzung klimarelevanter Maßnahmen. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Strategien und Technologien zu entwickeln und zu testen, um die Treibhausgasneutralität von Landesliegenschaften bis 2030 zu erreichen. Dabei werden bestehende Maßnahmen zur Energieeffizienz untersucht und ihr Potenzial bewertet, während gleichzeitig neue Prozesse und Technologien in praxisnahen Experimenten erprobt werden. Dies umfasst auch die Erforschung, Entwicklung und Optimierung spezialisierter Sensorik und deren Anwendung zur datengestützten Analyse und Optimierung von Raumbelegungen, und trägt zur Effizienzsteigerung bestehender Anlagen bei. NeuLand adressiert zentrale wissenschaftliche Fragestellungen, erweitert das Verständnis für die Umsetzung vom Maßnahmen im Kontext Landesliegenschaften und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeitsforschung.

Fragestellung

  1. Welche Informationsflüsse und Prozesse sind für die Genehmigung und die Umsetzung von Maßnahmen hin zu einem klimaneutralen Campus notwendig und welche Hürden können durch Einbezug einer möglichst umfassenden Entscheidergruppe überwunden werden? Woran liegt die derzeit gehemmte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Landesliegenschaften?
  2. Kann durch die Integration von Sensordaten in ein IoT-System und dessen visuelle Darstellung die Belegung von Räumen durch das Gebäudemanagement an die Auslastung und notwendige Heizung, Kühlung oder Lüftung energieeffizient gesteuert werden?

Vorgehensweise

Das Projekt baut auf Vorarbeiten aus vorangegangenen Projekten auf und entwickelt diese weiter:

  1. Wissenschaftliche Prozessanalyse durch qualitative Inhaltsanalysen, Interviews und Umfragen zur Entwicklung von Optimierungsvorschlägen. Erprobung und Erarbeitung transdisziplinär in einem Expertenworkshop.
  2. Entwicklung und Validierung einer Gebäudesensorik, die in Piloträumen an der HFT eingesetzt wird. Die Sensorik erfasst energierelevante Raumdaten wie die Nutzung oder bspw. geöffnete Fenster.
  3. Wissenschaftliche Analyse der Messdaten zur Validierung der Systeme und zur Optimierung von Prozessen.
  4. Entwicklung eines skalierbaren Modells für ein Raumbelegungs- und Energieeffizienzmanagement, das auf weitere Gebäudetypen übertragen werden kann.
  5. Identifikation von Schnittstellen und Hürden in den bestehenden Planungs- und Entscheidungsprozessen auf Basis wissenschaftlicher Prozessanalysen.

Angestrebte Ergebnisse

Durch NeuLand werden wissenschaftlich fundierte Maßnahmen und Handlungsempfehlungen hin zu einem klimaneutralen Campus von der Planung bis zur Umsetzung beleuchtet und potentielle Lösungen zur Beschleunigung des Planungs- und Bauprozesses entwickelt:

  1. Ein validiertes System zur Erfassung und Analyse klimarelevanter Gebäudedaten als Grundlage für eine energieeffiziente Steuerung, das leicht und kostengünstig übertragbar ist.
  2. Ein Leitfaden zur Optimierung von Genehmigungs- und Umsetzungsprozessen für klimarelevante Maßnahmen.
  3. Ein wissenschaftlich Modell zur fundierten Analyse von Einsparmöglichkeiten großen Raumensembles und zur Visualisierung von Raumbelegungsdaten als Instrument zur Energieeinsparung in großen Gebäudekomplexen.
  4. Die Entwicklung neuer Methoden, die den wissenschaftlichen Erkenntnisstand zu nachhaltigen Gebäudeprozessen erweitern und die Übertragbarkeit auf andere Landesliegenschaften sichern.
  5. Besonderes Augenmerk des Projekts liegt auf dem Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Umweltmaßnahmen und der Gebäudeoptimierung in die Praxis der öffentlichen Einrichtungen und Hochschulen.
TypDetails
LeitungProf. Dr. Bastian Schröter, Prof. Dr.-Ing. Detlef Pape, Prof. Dr. Stefan Knauth
FörderkennzeichenKSS-KLIWI-791-032
FördergeberKlimaschutzstiftung Baden-Württemberg
ProgrammKlimaschutz am Campus: Gebäude nachhaltig nutzen
Laufzeit01.03.2023–28.10.2025

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